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Grenzen setzen - Raum einnehmen

Kommt Ihnen das irgendwie bekannt vor?

 

Sie sitzen an Ihrem Schreibtisch und ärgern sich. Am meisten über sich selbst.

Wieder einmal haben Sie sich überrumpeln lassen. Es ging ganz schnell. Mit einem Lächeln im Gesicht und einem vollautomatischen Kopfnicken haben Sie 'Klar, mach' ich!' gesagt und sich zwei Sekunden später gefragt, ob Sie noch ganz bei Trost sind?!

 

Oder:

 

Nach der Arbeit sind Sie zu nichts mehr in der Lage, als sich auf das Sofa oder direkt ins Bett zu legen. Sie fühlen sich ständig erschöpft, müde und ausgelaugt.

Die vielen unnötigen Emails mit extra großem Verteiler aber ohne wirklichen Inhalt, die kräftezehrende Arbeiten im Projekt nach unklaren Anweisungen, die fortlaufenden Störungen aus unterschiedlichen Quellen und dann noch die anstrengende Kollegin, die den Frust ihrer Arbeit gerne mit einer eigenen Tasse Kaffee auf Ihrem Schreibtisch abstellt... Alle diese Dinge kosten einfach viel zu viel Kraft.

 

Oder:

 

Ihr Smartphone, welches scheinbar häufiger in Ihr Gesicht schaut, als der Mensch, mit dem sie zusammenleben.

Dieses kleine Gerät, das ständig Ihre Aufmerksamkeit fordert, Ihre Konzentration stiehlt und mit stetig steigendem Umfang Ihr Leben zu bestimmen versucht, nur weil auch alle anderen ständig 'online' sind.

Vor der Arbeit, nach der Arbeit und selbst in den Pausen haben Sie aus diesem Grunde das Gefühl, nicht mehr wirklich abschalten zu können.

 

Worum es geht?

Es geht um Ihre eigenen Grenzen!

 

Grenzen zu setzen fällt hochsensiblen Frauen häufig schwer. 

Ständig mit den feinen Antennen im außen, wissen Sie genau, was in Ihrem Umfeld los ist.

Sie spüren, was andere brauchen, was nötig, was gefordert, was harmonisch aber auch uneinig, unstimmig und unausgegoren ist. Und schon fangen die meisten von ihnen mit dem Regulieren an....

 

Die Konzentration auf sich selbst, die Prioritäten im Business 

und die eigenen Bedürfnisse gehen dabei oft verloren.

 

Das strengt an, kostet Kraft und Zeit und beansprucht den Geist, die Nerven und den Körper nicht selten über die Maßen.

 

  • Wenn auch Sie in Stress zu geraten, der erst sehr viel später für Sie spürbar wird,
  • Sie sich zu lange und intensiv über die eigenen Grenzen bewegen, weil Sie Ihre Grenzen nicht spüren oder diese schlecht setzen können, 
  • Sie den Fokus wieder mehr auf sich und Ihre Bedürfnisse lenken wollen und
  • Werkzeuge suchen, sich vor den tagaktiven Energievampiren zu schützen, die sich in Ihrer Umgebung aufhalten, dann habe ich ein paar Tipps für Sie.

 

Eines noch vorweg:

Als Alternative zur Grenzsetzung hat sich bei hochsensiblen Frauen eine Form bewährt, die auch ihrem Persönlichkeitsmerkmal hilft, die eigenen, sensiblen Antennen zu schonen und bei allem Selbstschutz dennoch freundlich und zugewandt zu bleiben, was den meisten von Ihnen so wichtig ist. Die Alternative heißt:

 

Selbst mehr Raum einnehmen!

 

Hier also meine Tipps:

 

Tipp 1: 'Jetzt nicht!'

 

Die 'Jetzt nicht!-Strategie' ist eine Methode, mit der Sie Zeit gewinnen.

 

Folgendes Szenario:

Sie werden während Ihrer Arbeit unterbrochen und aufgefordert etwas zusätzliches zu tun oder sich anzuhören. Sie bekommen eine Frage gestellt, etwas berichtet oder ein Ärgernis wird an Sie weitergetragen....

 

Schauen Sie Ihrem Gegenüber kurz in die Augen, lächeln Sie und dann antworten Sie gut hörbar aber schlicht:

'Jetzt nicht!'

Fokussieren Sie sich direkt wieder auf Ihre Arbeit und binden Sie Ihre Energie und Aufmerksamkeit unmittelbar wieder an sich.

 

'Jetzt nicht!' schenkt Ihnen Zeit.

Ihre Zeit, um zu einem späteren Zeitpunkt auf die Angelegenheit zu rückzukommen, wenn es für Sie stimmig ist und später darüber nachzudenken:

'Ist es wirklich Ihre Aufgabe, der Sie gerade aufgefordert werden, nachzugehen?'

'Ist es wichtig, diesem Menschen Aufmerksamkeit zu schenken, und wann ist der beste Zeitpunkt für Sie, dies zu tun?' 

'Sind Sie ganz sicher?'

'Wie fühlt es sich an, und was sagt Ihr Körper spontan dazu, wenn Sie plötzlich die Situation bestimmen und das Ruder übernehmen?'

 

 

Tipp 2: Machen Sie kurze Pausen

 

Kurze Pausen helfen Ihnen, sich zu zentrieren und erfrischen Ihren Körper und Ihren Geist.

 

Stehen Sie kurz auf, trinken Sie ein Glas Wasser, machen Sie ein paar Schritte, atmen Sie tief und spüren Sie Ihrem Atem nach.

Konzentrieren Sie sich auf Ihren Körper und fühlen Sie, an welcher Stelle er eine kleine Entlastung vertragen könnte, die Sie ihm spontan mit einem

 

Mini-Stretching, eine Mini-Massage oder einer Mini-Gedanken-Oase

 

geben könnten.

 

Tipp 3: Ihre Mini-Oasen

 

Mini-Oasen sind kleine Fluchten.

Kleine Fluchten, die Ihnen helfen, sich gedanklich, auch während herausfordernder Projekte, anstrengender Zeiten und zwischen stressigen Meetings, in Ihrem Büro zu entspannen und in Ihren Kopf auf den 'Resetknopf' zu drücken.

 

Schaffen Sie sich einen persönlichen Anker. Das kann ein Bild, ein Spruch, eine Postkarte, ein Foto oder ein Gegenstand sein:

Der Anblick oder die Berührung helfen Ihnen, unmittelbar in einen Zustand guter Gefühle, Erinnerungen oder Vorstellungen zu kommen.

 

Unsere Gefühle sind einer der Grundpfeiler unserer Gesundheit und unseres Wohlbefindens.

Was immer also hilft, auch im Trubel des Alltags gute Gefühle zu bekommen, sollten Sie nutzen, um Kraft in sich zu sammeln und sich Ihrer Bedürfnisse bewusst zu werden.

 

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